Dr. med. Stefan Schwind & Kollegen

Hormonelle Verhütung 
 

 

Antibabypille

Vierzig Jahre nach ihrer Markteinführung rangiert die Antibabypille nach wie vor unangefochten auf Platz eins der Verhütungsmittelstatistik. Kein Wunder: Sie ist praktisch, sicher - und dank ständiger Innovationen und immer niedrigeren Dosierungen für die meisten Frauen gut verträglich. Dennoch greift die Pille entscheidend in den Hormonhaushalt ein und kann, vor allem in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht oder Gefäßerkrankungen, die Gefahr von Thrombosen und Embolien, aber auch von Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Andererseits schützt die Pille nachweislich vor Risiken wie Eierstockkrebs, Krebs der Gebärmutterschleimhaut und Zysten in Eierstöcken und Brust.

Welche Pille für Sie geeignet ist, wird in einem Beratungsgespräch erarbeitet. Zur Auswahl stehen Ein- oder Mehrphasenpillen mit Östrogenen und Gestagenen in unterschiedlich hoher Dosierung, die so genannte Mikropille mit besonders niedrigen Hormonmengen und die aus reinem Gestagen hergestellte Minipille. 

Nach unserer Erfahrung sind etwa 80 % der Pillenanwenderinnen dauerhaft mit der Pille zufrieden.

 

 

 

 

Dreimonatsspritze

Als Langzeitalternative zur herkömmlichen Antibabypille steht die Dreimonatsspritze zur Verfügung, bei der das lästige "Merken-Müssen" wegfällt. Sie enthält ein Gestagen, das dem körpereigenen Gelbkörperhormon ähnlich ist und das durch die langsame, aber ständige Freisetzung den Eisprung zwölf Wochen lang verhindert. Gespritzt wird entweder in einen Muskel der Hüfte oder des Oberarms, ähnlich wie bei einer Schutzimpfung.
 Leider sehen wir in der Langzeitanwendung eine relative Unzufriedenheit von ca. 50 %. Deshalb können wir die Dreimonatsspritze nicht empfehlen.

 

 

 

Hormonimplantat

Die jüngste Innovation auf dem Sektor der hormonellen Verhütung ist ein so genanntes "Verhütungsstäbchen" von der Größe eines Zündholzes. Es wird von der Ärztin in den Oberarm implantiert, von wo aus es drei Jahre lang durch regelmäßige Hormonfreisetzung einen Eisprung verhindert. Das Kunststoffstäbchen ist tastbar, aber nicht sichtbar, enthält kein Östrogen und kann jederzeit entfernt werden, wenn eine Schwangerschaft erwünscht ist. Leider sehen wir in der Langzeitanwendung eine relative Unzufriedenheit von ca. 50 %. Deshalb können wir das Implantat nicht empfehlen.

 

 

 

 

Vaginalring

Seit dem Frühjahr 2003 steht in Deutschland ein Vaginalring zur Verhütung zur Verfügung. Diesen flexiblen schmalen Ring legen Sie wie einen Tampon selbst in die Scheide ein und entfernen ihn nach drei Wochen Liegedauer auch wieder selbst. Er gibt Hormone an die Schleimhaut ab und wirkt so empfängnisverhütend. Nach einer Woche Pause, in der üblicherweise Ihre Regelblutung einsetzt, wird der nächste Ring eingelegt. Auch diese Methode hat den Vorteil, dass nicht täglich an die Verhütung gedacht werden muss und etwa bei Erbrechen der Schutz der vorher eingenommenen Pille fragwürdig ist. Auch auf Reisen in ferne Länder ist die Anwendung sicherer und einfacher. Nach unserer Erfahrung sind 80 % aller Anwenderinnen mit dem Nuva Ring dauerhaft zufrieden.

 

 

 

 

Verhütungspflaster

Verhütungspflaster Im August 2003 ist von dem Pharmaunternehmen Cilag Jannsen Evra® als erstes Verhütungspflaster zugelassen. Das Verhütungspflaster enthält wie die Pille ein Östrogen und ein Gestagen, die den Eisprung unterdrücken und so vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Nach unserer Erfahrung sind ca. 60 % aller Anwenderinnen mit dem Evra Pflaster zufrieden. Deswegen verschreiben wir das Pflaster eher als Mittel der zweiten Wahl.

 

 

 

Hormonspirale

 

Anders funktionieren dagegen Hormonspiralen, die alle Vorteile von IUP und Pille in sich vereinen.Während klassische Kupferspiralen durch ständige Reizung der Gebärmutterschleimhaut dafür sorgen können, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann, beruht die empfängnisverhütende Wirkung der Hormonspirale auf der lokalen Freisetzung des Hormons Levonorgestrel, eines Gestagens, das auch in vielen Pillentypen eingesetzt wird. In der Folge verdickt sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals, wodurch die meisten Spermien nicht mehr in die Gebärmutter vordringen können. Dennoch aufsteigende Spermien werden in ihrer Funktion gehemmt. Schließlich findet nur noch ein schwaches monatliches Wachstum der Gebärmutterschleimhaut statt, was die Eizelle an einer Einnistung hindert.

 


Komplikationen treten bei der Hormonspirale eher selten auf. In den ersten Monaten kann es zu Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen oder Zwischenblutungen kommen. Doch die positiven Aspekte überwiegen: Im Gegensatz zu normalen Spiralen, die die Monatsblutung eher verstärken, vermindert sich der Blutfluß durch die lokale Hormonwirkung. Auch die erhöhte Infektionsgefahr - eine unangenehme Nebenwirkung der Spirale - wird beseitigt. Gleichzeitig ist die Hormonspirale so sicher wie die meisten Antibabypillen, mit dem Unterschied, dass dem Körper weit weniger Hormone zugeführt werden. Ob die Hormonspirale auch für Frauen geeignet ist, die noch kein Kind geboren haben, sollte in einem Gespräch entschieden werden. Die Wirkung auf den Körper ist in jedem Fall reversibel: Sobald die Spirale entfernt wird, ist die Fruchtbarkeit wiederhergestellt. Nach unserer Erfahrung sind 80 % der Anwenderinnen dauerhaft zufrieden.

 

Es gibt momentan 3 verschiedene Hormonspirale:

Jaydess:

-keine Anwendungsfehler durch Vergessen (z. B. der Pilleneinnahme), Zeitverschiebung oder 

 Medikamenteneinnahme möglich.

-keine Beeinträchtigung der Sicherheit durch Erbrechen oder Durchfall.

-Pearl-Index: 0,33

-Östrogenfrei

-minimale, lokale Gestagenabgabe

-der natürliche hormonelle Zyklus mit monatlichem Eisprung bleibt erhalten

-zuverlässige Verhütung für 3 Jahre

-die monatliche Blutung wird meist kürzer und schwächer

-mit Jaydess können auch Frauen verhüten, die noch kein Kind geboren haben, wenn andere zuverlässige Methoden nicht in Frage kommen.

 

Kosten Jaydess: für die Spiralen-Einlage 195€, Kosten Spirale ca. 174€   Insgesamt: ca. 369€

 

Kyleena: (NEU, gibt es seit 05/2017 auf dem deutschen Markt)

-sehr hohe Verhütungssicherheit mit einem Pearl-Index von 0,29

-zuverlässige verhaltensunabhängige Verhütung über 5 Jahre

-keine anwendungsfehler wie Vergessen oder zu späte Anwendung möglich

-keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

-keine Beeinträchtigung der Verhütungssicherheit durch Magnen-Darm-Probleme wie Erbrechen oder Durchfall

-verhütende Wirkung in der Gebärmutter

-Östrogenfrei

-Der Eisprung und damit der natürliche hormonelle Zyklus der Frau bleibt erhalten.

-Monaltliche Blutungn werden meist kürzer und schwächer sowie schmerzärmer und seltener bis dahin, dass unter Umständen gar keine Monatsblugungen mehr auftreten.

 

Kosten Kyleena:  für die Spiralen-Einlage 195€, Kosten Spirale ca. 210€   Insgesamt: ca. 405€

 

Mirena:

-Verhütung, die nicht spürbar ist

-Östrogenfrei

-Minimale, lokale Gestagenabgabe

-Der natürliche Zyklus mit monatlichem Eisprung bleibt weitgehend erhalten

-Keine Anwendungsfehler durch Vergessen (z. B. bei der Pilleneinnahme) oder Zeitverscheibung möglich

-Keine Beeinträchtigugn der Sicherheit durch Erbrechen oder Durchfall

-Peral-Index: 0,2

-Zuverlässige Verhütung für 5 Jahre

-Die Menstruation wird meistens kürzer, schwächer oder weniger schmerzhaft

 

Kosten Mirena: für die Spiralen-Einlage 195€, Kosten Spirale ca. 192€    Insgesamt: ca. 387€

 

 

Die "Pille danach" 

Bei der "klassischen" Variante der "Pille danach", einer Kombination aus Östrogen und Gestagen, müssen die ersten beiden Tabletten innerhalb von 48 Stunden nach der Verhütungspanne geschluckt werden, die restlichen zwei dann zwölf Stunden später. Die Pille danach, die als Wirksubstanz Levonorgestrel enthält und seit einiger Zeit angeboten wird, kann bis 72 Stunden nach dem Verkehr eingesetzt werden. Häufigkeit und Intensität der Nebenwirkungen sind dabei wesentlich geringer, die Erfolgsquote ist mit 95 Prozent (binnen zwölf Stunden) und 58 Prozent (binnen 72 Stunden) sehr hoch. Hat sich das Ei bereits eingenistet, kann allerdings auch der nachträgliche Hormonschub nichts mehr ausrichten.

Die Pille, die den Wirkstoff Ullipristal enthält (Ella One) kann bis 5 Tage nach dem Verkehr eingenommen werden und bietet einen sehr hohen Schutz. "ellaone.com"

 

 

 

Frauenarztpraxis Dr. Schwind & Kollegen    praxisteam1@gmx.net / Tel.: 09721 / 22980
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