Dr. med. Stefan Schwind & Kollegen

 IMPFUNGEN


 

Wir Deutsche sind Reiseweltmeister - aber nur ein Drittel der Erwachsenen hat hierzulande einen optimalen Impfschutz.

Und Sie? Ihr Impfausweis liegt bestimmt irgendwo sicher verwahrt. Schauen Sie mal wieder rein! Denn nur ein vollständiger Impfschutz bewahrt Sie und Ihre Nächsten vor zum Teil gefährlichen Infektions-krankheiten.

 

Gerade bei Frauen mit Kinderwunsch ist der Schutz vor Infektionskrankheiten, die schlimmstenfalls nicht nur das Leben und die Gesundheit der Mutter sondern auch des Ungeborenen bedrohen können, besonders wichtig.

 

Deshalb sollte jedes Paar vor Planung einer Schwangerschaft unsere Impfberatung nutzen und den Impfschutz überprüfen lassen.

Die für Deutschland gültigen Impfempfehlungen werden von der "Ständigen Impfkommission" (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin erstellt und ständig auf den neuesten Stand gebracht:

1. Standardimpfungen:

In Weiterführung des Impfplanes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche sollte der Impfschutz gegen folgende Infektionskrankheiten in späteren Lebensjahren aufgefrischt oder bislang versäumte Impfungen nachgeholt werden:

  • Diphterie
  • Poliomyelitis 
    Der Polio-Schluckimpfung wird heutzutage nicht mehr empfohlen. Zum Schutz vor Kinderlähmung wird ein intramuskulär zu injizierender Tot-Impfstoff (IPV) mit gleicher Wirksamkeit empfohlen.
  • Tetanus
  • Zusätzlich ab 60. Lebensjahr:
    • Influenza
      Jährliche Impfung, vorzugsweise im Herbst (September - November) mit einem aktuellen, von der WHO empfohlenen, Impfstoff.
    • Pneumokokkeninfektionen
      Auffrischimpfung frühestens 5-6 Jahre nach erster Impfung.

2. Indikationsimpfungen

Andere Impfungen können bei besonderer Risikosituation oder Gefährdung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene indiziert sein:

  • FSME (Frühsommermeningoenzephalitis):
    Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten oder Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind (z. B. Forstarbeiter). 
    Risikogebiete in Bayern sind zur Zeit insbesondere: Südlicher Bayerischer Wald, Niederbayern entlang der Donau ab Regensburg (besonders Region Passau) sowie entlang der Flüsse Paar, Isar (ab Landshut), Rott, Inn, Vils, Altmühl
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B 
    Auf Empfehlung der WHO wurde 1995 die Hepatitis-B-Impfung der Säuglinge, Kinder und Jugendlichen in den Kalender der empfohlenen Impfungen aufgenommen. Blutuntersuchungen zur Kontrolle des Impferfolges sind bei der Regelimpfung im Kindesalter nicht erforderlich. 

    Die Hepatitis B-Impfung wird von den Krankenkassen nur bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) bezahlt
    .
     Danach werden die Kosten nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. 
    Also ganz wichtig: Bis zum 18. Geburtstag die Hepatitis B-Impfung durchführen lassen!
  • Masern, Mumps, Röteln (MMR) 
    Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sollte mit einem Kombinationsimpfstoff (MMR-Impfstoff) durchgeführt werden, in der Regel zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, möglichst bis zum Ende des 2. Lebensjahres, um den frühestmöglichen Impfschutz zu erreichen. 

    Eine zweite MMR-Impfung sollte spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden; bei Mädchen wird damit auch der unverzichtbare Rötelnschutz sichergestellt.
     
    Auch bei früher angeblich durchgemachter Masern-, Mumps- oder Rötelnerkrankung sollte die zweite MMR-Impfung durchgeführt werden. Die MMR-Impfung kann in jedem Alter erfolgen.
  • Varizellen 
    Sehr wichtig für Frauen mit Kinderwunsch, da eine 
    Windpockenerkrankung der Mutter kurz vor der Geburt ein
  • lebensbedrohliches Risiko für das Neugeborene darstellt.

 

3. HPV Impfung

Warum soll ich meine Tochter gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen?

Wie alle Standard-Impfungen ist auch die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sehr wichtig. Mädchen werden jung geimpft, um bestmöglichen Impfschutz zu gewährleisten, am besten ab dem 12. Geburtstag. Die Impfung ist ein wertvolles Instrument, die Gesundheit Ihrer Tochter auch in Zukunft zu erhalten.

 

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs ist nicht erblich. Er wird ruch bestimmte Viren verursacht. Diese Viren heißen Humane Papillomviren und von diesen können einige Typen Krebs verursachen. Eine Infektion kann dazu führen, dass die zellen des gebärmutterhalses sich krankhaft verändern. Wird diese Zellveränderung nicht frühzeitig entdeckt und behandelt, kann im Laufe mehrerer Jahre über Krebsvorstufen Gebärmutterhalskrebs entstehen.

 

Wie verbreitet sind Papillomviren?

Bis zu 80 Prozent aller Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren in Kontakt.

In den meisten Fällen verschwinden die Viren von allein wieder. Manchmal bleibt die Infektion bestehen, verursacht aber keine Beschwerden. Aus dieser können sich dann Gebärmutterhalskrebs, seine Vorstufen oder Vorstufen von Vulva- und Vaginalkrebs, aber auch Genitalwarzen entwickeln.

 

Wie häufig tritt Gebärmutterhalskrebs auf?

Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren in Europa.

In Deutschland erkranken trotz der möglichen Untersuchungen zur Früherkennung jährlich 6.200 Frauen. Jedes Jahr sterben ungefähr 1.600 Frauen an dieser Erkrankung - das sind fünf Frauen täglich. Um die Anzahl der Erkrankungen an Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs zu senken, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), offiziell die Impfung gegen Humane Papillomviren für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren. Das bedeutet, dass die gesetzliche Krankenkassen die Kosten für diese Impfung für alle Mädchen ab 12 Jahren bis zum 18. Geburtstag übernehmen.  Verschiedene medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Krebsgesellschaft oder die Fachgesellschaft der Frauenärzte (DGGG) unterstützen die Impfung mit Nachdruck. Nach Auswertung aktueller Studien hat die STIKO ihre Empfehlung bekräftigt.

 

Wie wird die Impfung verabreicht?

Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Einzelimpfungen innerhalb von zwölf Monaten nötig. Idealerweise wird die zweite Dosis zweit Monate nach der ersten, die dritte nach weiteren vier Monaten verabreicht. Der Impfstoff wird in die Muskulatur des Oberarms gespritzt.

 

Wie sicher ist die Impfung?

Der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung) wird seit zehn Jahren geprüft.

Er gehört mit zu den am besten erforschten Impfstoffen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit. Der Impfstoff ist sehr gut verträglich. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungne sind kurzzeitige Reaktionen an der Einstichstelle und Fieber. Behörden in Deutschland und auch den USA haben bestätigt, dass die HPV-Impfung genauso nebenwirkungsarm ist wie andere empfohlene Standardimpfungen. Sie kann keine Infektion auslösen, da der Impfstoff kein Erbmaterial des Virus enthält.

 
 

Nützliche links:

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Institutes, Berlinhttp://www.rki.de/GESUND/STIKO/STIKO.HTM

 

 

 

 

 

 

 

Frauenarztpraxis Dr. Schwind & Kollegen    praxisteam1@gmx.net / Tel.: 09721 / 22980
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