Dr. med. Stefan Schwind & Kollegen

 

 

Kinderwunsch 

 



Viele Paare wünschen sich sehnlichst ein Baby. Doch nicht immer geht dieser Wunsch in Erfüllung. Man schätzt, dass nahezu jede siebte Ehe ungewollt kinderlos bleibt. In vielen Fällen liegen organische Ursachen oder hormonelle Störungen vor, die heute mit Hilfe fortschrittlicher medizinischer Methoden behoben werden können. Manchmal sind es jedoch auch psychische Probleme, die einer Schwangerschaft im Wege stehen. 




Paare brauchen zunächst einmal Geduld.
 

Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt in jedem Menstruationszyklus bei 15-25%. Bei der Hälfte der Paare, die sich ein Kind wünschen, klappt es während der ersten drei Monate. Neunzig Prozent der Frauen werden immerhin innerhalb eines Jahres schwanger. Bei einem unregelmäßigen Menstruationszyklus dauert es durchschnittlich länger, bis eine Schwangerschaft eintritt.


Die fruchtbarsten Tage liegen in der Zyklusmitte.

Jeden Monat aufs neue richtet sich der weibliche Körper auf eine Empfängnis ein. Doch bevor es zu einer Schwangerschaft kommt, müssen viele Faktoren zusammenpassen. Nur in der Zeit um den Eisprung, also in der Zyklusmitte, kann es überhaupt zu einer Befruchtung kommen. Die weibliche Eizelle ist dann höchstens 24 Stunden befruchtungsfähig. In dieser Zeit ist eine Empfängnis möglich. Die Spermien müssen jetzt entweder rasch den Weg durch die Gebärmutter und die Eileiter zurücklegen oder sie warten dort bereits auf die Eizelle, wenn der Geschlechtsverkehr vorher stattgefunden hat. Denn im Körper der Frau sind sie bis zu 48 Stunden lebensfähig. Eine geglückte Verschmelzung von Ei- und Samenzelle garantiert jedoch noch keine Schwangerschaft. Man schätzt, dass sich nur jeder dritte Keim weiterentwickelt und in der Gebärmutter einnistet. 



Eine gesunde Ernährung ist besonders wichtig.

Leider sind viele Nährstoffe nur unzureichend in der täglichen Kost enthalten. So sollten Sie ein gutes Multivitaminpräparat (Vorsicht bei Vitamin A und D in der Schwangerschaft!) sowie Folsäure (vier Wochen vor bis vier Wochen nach der Befruchtung täglich 0,4 mg Folsäure als Präparat) und Jod (täglich 200 ug) zu sich nehmen. Außerdem sollten Sie unbedingt das Rauchen aufgeben (ebenso Ihr Partner!), sowie den Kaffeekonsum stark einschränken. 

Unterstützend kann auch eine Therapie mit phytotherapeutischen oder homöopathischen Präparaten wirken.

Sollten Sie nach einem Jahr noch nicht schwanger sein, so können verschiedene weitergehende Untersuchungen veranlaßt werden.

Die Ursachen für die Kinderlosigkeit können diagnostiziert werden. Sie liegen erfahrungsgemäß etwa zu gleichen Teilen (je 40 Prozent) beim Mann und bei der Frau. In vielen Fällen finden sich Störungen bei beiden. Und bei ungefähr 10 Prozent kann überhaupt kein Grund festgestellt werden. 


Was wir für Sie tun können.

In einem Vorgespräch werden wir Ihnen zunächst einige Fragen stellen, zum Beispiel wie lange Sie sich schon ein Kind wünschen, nach Ihrem Sexualleben und nach der Zykluslänge. Auch frühere schwere Erkrankungen und Operationen sind von Interesse. Nach einer gynäkologischen Untersuchung werden wir gemeinsam die weitere Strategie festlegen.

Ob eine Hormonanalyse weiter führend ist, oder der Zyklus zunächst einmal überprüft werden sollte, ob die fruchtbaren Tage mit einem speziellen Gerät ("Fertilitätsmonitor") genau bestimmt werden oder ob andere Maßnahmen ergriffen werden sollten. 

Manchmal bewirkt auch ein Urlaub, das Abschalten vom Alltag, wahre Wunder. Und bei vielen Paaren, die sich schon mit der Kinderlosigkeit abgefunden haben, kündigt sich in einer entspannten Situation das ersehnte Baby dann plötzlich an. Neben dem Körper haben auch Kopf und Psyche einen nicht unmaßgeblichen Anteil an der Fruchtbarkeit eines Paares. Schon der krampfhafte Wille, unter allen Umständen ein Kind zu bekommen, kann ein Hindernis sein. 


Körper und Psyche stehen in enger Wechselwirkung und sollten deshalb niemals getrennt voneinander betrachtet werden.

Zu den psychischen Faktoren, die eine Empfängnis verhindern, gehören Stresssituationen bei Mann und Frau, existentielle Sorgen, die Angst vor der Verantwortung oder die Unentschlossenheit zwischen Mutterschaft und Beruf. 

In solchen Situationen bieten die Kinderwunsch-Beratungen Hilfe an. Hier können die Paare in gemeinsamen Gesprächen feststellen, ob sie den Belastungen der Therapie auch psychisch noch gewachsen sind. Manchmal kann der Verzicht auf ein Kind auch eine Möglichkeit sein, das Zusammenleben neu zu erleben. 


Ungewollte Kinderlosigkeit muss kein unerfülltes Leben zu zweit bedeuten.

Ganz im Gegenteil, vielleicht eröffnen sich gerade im Verzicht auf ein Kind ganz neue Perspektiven für Ihre Beziehung. 


Wo bekommen kinderlose Paare zusätzlich Rat und Hilfe?

Wenn fast alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind, ohne dass sich ein Erfolg einstellt, oder wenn Sie den Wunsch nach einer eingehenderen psychotherapeutischen Beratung haben, sollten Sie und Ihr Partner eine Kinderwunsch-Sprechstunde besuchen. Diese Beratung bieten viele Universitätskliniken, oft auch andere Kliniken und die Spezialpraxen für Reproduktionsmedizin an. 

Die Kinderwunsch-Sprechstunde gibt Ihnen aber auch die Gelegenheit, sich nochmals über die Belastungen, die Erfolgsaussichten, aber auch über die großen Enttäuschungen klar zu werden, die weitergehende medizinische Maßnahmen mit sich bringen können.

  

 

 

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